Die Verbindung DSL ist auch heute noch eine gängige Internetverbindung in Deutschland. Auch wenn sie zunehmend durch Glasfaserkabel und mobiles Netzverbindungen, wie LTE, verdrängt wird, hat sie immer noch einen Anteil von 86 Prozent am deutschen Breitband-Netz. Mit insgesamt etwa 22 Millionen DSL-Anschlüssen ist Deutschland in der Weltspitze der DSL-Anschlüsse. Doch wie kam es zu dem Aufstieg dieser Technik, deren Ableben in letzter Zeit immer wieder diskutiert wurde, aber noch nicht in Sicht ist?

Die Geschichte des DSLs in Deutschland

Ende der 1990er-Jahre nahm die Bedeutung des Internets in Deutschland stetig zu. Durch neue Dienste, wie Napster oder neue Chatprogramme, wurde das Internet auch für die breite Masse relevant. Doch die großen Datenmengen, die diese Dienste benötigten, brachten damalige Standards an ihre Grenzen. Die Lösung für dieses Problem war DSL.

Die ersten DSL-Anschlüsse wurden von der Telekom 1999 angeboten, wobei sich dieses Angebot nur auf die Großstädte Berlin, Bonn, Köln, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, München sowie Stuttgart beschränkte. Auch waren die Preise zu diesem Zeitpunkt noch opulent. So kostete ein DSL-Anschluss bei der Telekom damals über 900 D-Mark im Monat. Deshalb war DSL zunächst nur für Geschäftskunden relevant. Es folgten bald die ersten Privatkundenverbindungen, die aber nach Zeit abgerechnet wurden und deshalb sehr teuer waren.

Erschwinglich wurde DSL erst, als es Anfang der 2000er-Jahre erste Flatrates gab. Hier lieferten sich diverse Anbieter, wie Alice, Arcor oder die Deutsche Telekom, Preiskämpfe, von denen wiederum der Kunde profitierte. So vervielfältigte sich die Anzahl deutscher DSL-Kunden, bis schließlich Ende des Jahrzehnts schon über 20 Millionen Haushalte DSL verwendeten.

Auch das Tempo der Verbindung vervielfachte sich. Moderne VDSL-Verbindungen können ein Datenvolumen von 100 Mbit/s verarbeiten. Dieser Sprung ist auch nötig, da neue Anwendungen wie Netflix, YouTube oder das Musikstreaming immer größere Datenmengen benötigen. Hierfür werden den Kunden mittlerweile zwar auch die genannten Alternativen geboten, doch bleibt Deutschland am Ende ein klassisches DSL-Land.